Zur
Geschichte des Burgstädter Schützenwesens
Im
Rahmen der 7. Burgstädter Kulturwoche fand am 07.05.2005 in den Räumen
des Schützenhauses eine Ausstellung zur Geschichte des Burgstädter
Schützenwesens statt.
Gezeigt wurden historische Dokumente, Fotos, Schützendevotionalien,
Orden, Munition und Waffen aus dem Besitz des Schützenvereins Burgstädt
e.V., sowie aus zwei privaten Sammlungen.
Durch den Burgstädter Sammler Olaf Becker wurde in jahrelanger Arbeit
der Nachlass der ehemaligen Privilegierten Schützengesellschaft Burgstädt
zusammengetragen, unter anderem eine äußerst seltene Sonderpostkarte
anlässlich der Jubelfeier zum 175järigen Bestehen der Schützengesellschaft
1911, auf der noch der alte, hölzerne Turm des Wettinhains zu sehen
ist.
Ein
weiteres Dokument der Zeitgeschichte ist ein Exemplar der Chronik, die
anlässlich des 200jährigen Bestehens 1936 herausgegeben wurde.
Ein weiteres Foto zeigt die Mitglieder der Schützengesellschaft vor
dem ehemaligen Schützenhaus am Wettinhain, von dem heute leider nur
noch der Brunnen existiert. Durch die Schützengesellschaft wurde
ein Album mit den Bildnissen aller Burgstädter Schützenkönige
geführt. Der letzte Eintrag datiert aus dem Jahre 1938, vor dem Krieg
und der endgültigen Zerschlagung der Schützengesellschaft durch
die sowjetische Militäradministration.
 Zu
den Schützenwaffen (links) gehört auch ein historischer Zimmerstutzen,
der Rundkugeln mittels eines Zündhütchens verschießt.
In der Mitte des Bildes ist ein Scheibenrevolver von Typ Colt Bisley im
Kaliber .45, Bj. 1915 zu sehen, eine schweizer Hämmerli im Kaliber
.22 long rifle sowie ein Plant Revolver im Kaliber .42. Unten eine Suhler
Freie Pistole aus dem Jahre 1959, die noch heute zu Wettkämpfen verwendet
wird. Der Karabiner K98 ist die am meisten gebaute Waffe der Welt. Oben
einer der letzten aus deutscher Produktion aus dem Jahre 1944 im Kaliber
8x57 JS, darunter ein sog. Wehrsportkarabiner (HJ-Karabiner) im Kaliber
.22 long rifle, unten ein "Jugo"-Karabiner und eine Luger-Flinte
im Kaliber 12/70.
 In
früherer Zeit genoss des sächsische Schützenwesen ein sehr
ehrenhaftes Ansehen und dementsprechend stolz zeigte man auch seine Orden
und Auszeichnungen. Zu sehen waren sind sächsische Schützenorden
und Ehrenpreise. Die Luger-Pistole (links) wurde im Jahre 1898 entwickelt.
Im Jahre 1900 wurde sie erstmals in der schweizer Armee unter der Bezeichnung
Modell 1900 im Kaliber 7,65 mm Parabellum eingeführt. Die deutsche
Reichswehr führte sie 1908 unter dem Namen "P 08" im Kaliber
9 mm Parabellum ein. Die P 08 ist eine Diva, sie ist aufwendig in der
Herstellung und empfindlich gegenüber Verschmutzungen. Deshalb wurde
sie während des 2. Weltkrieges durch die Walther P 38 ersetzt. Die
Colt Government M1911 gilt als eine der besten Ordonnanzwaffen aller Zeiten.
In der US-Armee wurde sie von der ungeliebten Beretta 92 ersetzt, für
Sportschützen ist sie nach wie vor die allererste Wahl bei den .45er
Modellen.
Zu den technischen Highlights der Ausstellung gehörten zweifellos
die Waffen aus der Privatsammlung des Mittweidaer Sammlers Uwe Wirtz.
Gezeigt wurde. u. A. eine Auswahl an Kurzwaffen der deutschen Firmen Walther,
Mauser und Luger.
  
Walther:
- Walther PP (links oben)
- Walther No. 4 (rechts oben)
- Walther PPK (links unten)
- Walther No. 9 (rechts unten)
Mauser:
- Mauser Modell 1914 (links oben)
- Mauser HSc (rechts oben)
- Mauser C 96 (unten)
Luger:
- Luger P 08 Bj. 1938 (oben)
- Luger P 08 Bj. 1914 (unten)
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