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Die Traditionellen

JagdbüchseSchäfte aus Nussbaumholz, den brünftigen Hirsch in Silber geschlagen, so präsentieren die Jäger und Traditionsschützen ihre Waffen: "A Gwehr muss wie a Gwehr ausschauen, gell.", also wie alles, was vor 1913 gebaut wurde. Ihre teuren Büchsen haben in der Regel nur einen Schuß abgegeben, nämlich den im Beschussamt, da selbst einfaches Waffenöl die wertvollen Einlagen verderben könnte. Am Stammtisch schwadronieren sie vorzugsweise darüber, ob "Vorkriegsware" vor dem Ersten oder dem Zweiten Weltkrieg anzusehen ist. Den Traditionsschützen erkennt man daran, dass er irgendwo an der Kleidung Hirschhornknöpfe versteckt hat, weitere Erkennungsmerkmale sind Mercedes, Rauhaardackel und Schnupftabakdose.

Die Gefährlichen

OA-15Seit dem Wegfall des sogenannten "Anscheinparagraphen" im Waffengesetz erleben Waffen im Spezialeinheiten-Look einen wahren Boom. Schwarze Nylonschäfte und Picatinny-Schienen Oben, Unten, Rechts und Links. Man kann daran maßlos überteuerte Taschenlampen aus Raumfahrtaluminium anbringen wie an einem aufgebohrten Mofa (Anmerkung: Zielbeleuchtungen an Waffen sind in Deutschland verboten) und hat dann immer noch die Möglichkeit, einen kleinen Granatwerfer nachzurüsten (Anmerkung: ebenfalls verboten). Das Gewehr ist dann zwar vorderlastig wie ein Nasenbär, scheißegel, Hauptsache die Optik stimmt. Die Gefährlichen rücken immer gruppenweise auf dem Schießstand ein, man erkennt sie an ihren Tarnhosen aus dem Quelle-Karstadt Versand sowie an den schwarzen Pit Bull-Tshirts vom Tschechenmarkt.

Die Sportlichen

Freigewehr"Grün und Blau trägt Kaspers Frau", heißt es in einem Spottvers, doch die Schmerzgrenze der Sportschützen liegt noch weit, weit höher. Schrillbunte Jacken in Orange und Pink, Aluschäfte mit gelben und blauen Plastikeinlagen lassen selbst Papeien depressiv werden. Der Sportliche zeigt niemals Freude am Schießen, stoisch erträgt er jeden Spott über seine Erscheinung und leugnet tapfer jeden Bezug des Schießssportes zu Jagd und Verteidigung. In seiner Schießkleidung kann er sich weder bücken noch setzen, ansonsten trägt er in Schlabberjeans und Birkenstocksandalen.

Mal ehrlich,

ein bischen davon steckt in jedem von uns, vielleicht. Doch es liegt in unserer eigenen Entscheidung, ob wir eigenständige Perönlichkeiten sind oder nur ein Klischee bedienen, ob wir Freude an unserem Hobby haben oder Waffen als Persönlichkeitsprothesen benutzen. Auf die inneren Werte kommt es an, bei Menschen genauso wie bei Waffen, You decide.

boshafte Links:


Derks boshafte Waffenkritik

Von Waffen und Narren

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