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Verbände

Nach § 15 des aktuellen Waffengesetzes können waffenrechtliche Bedürfnisse nur von "anerkannten Sportverbänden" ausgestellt werden. Die Kriterien hierfür sind unter anderem, dass der Verband über mindestens 10.000 Mitglieder verfügt, den Leistungs- und Breitensport fördert, überregionale Wettkämpfe organisiert, über geeignete Sportstätten verfügt usw.

Um als Sportverband "anerkannt" zu werden, muss sich der Verband zudem seine Sportordnung beim Bundesministerium des Inneren bestätigen lassen. Die staaliche Anerkennung als Schießsportverbande haben folgende Vereinigungen:

Deutscher Schützenbund (DSB)
Bund der Militär- und Polizeischützen e.V. (BDMP)
Bund Deutscher Sportschützen 1975 e.V. (BDS)
Deutsche Schießsportunion e.V. (DSU)
Kyffhäuserbund e.V.
Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.(VdRdBw)

Logo DSB

Der DSB ist mit ca. 1,6 Millionen Mitgliedern der mit Abstand größte Dachverband. Das Sportprogramm des DSB umfasst alle Olympischen Schießsportdisziplinen, aber auch das Bogenschießen, Armbrust-, Wurftaubenschießen sowie Biathlon und Sommerbiathlon. Der DSB hat seinerseits verschiedene Unterverbände mit eigenen Sportordnungen. Das sind zunächst die Landesverbände, beispielsweise der Sächsische Schützenbund. Weiterhin sind etliche kleine Dachverbände, die allein die schießsportliche Anerkennung des BMI nicht schaffen, dem DSB als Teilverband beigetreten, z.B. die European Rifle Association Deutschland (ERA-D), Deutscher Behinderten Sportverband (DBS) und Deutscher Skiverband (DSV). Die Sportordnung des DSB wurde im Oktober 2003 vom BMI anerkannt.

Logo BDMP

Der BDMP ist zwar der Dachverband der Militär- und Polizeischützen, steht jedoch allen sportinteressierten Bürgern offen. Der sportliche Schwerpunkt liegt im Ordonnanz- und Dienstwaffengebrauch. Der BDMP ist Mitglied der mächtigen NRA und nimmt an den Meisterschaften dieses Weltverbandes teil, beispielsweise in der hochdotierten F-Class.
Die Mitgliedschaft im BDMP kann regional sehr attraktiv sein, da das Training teilweise auf behördlichen Schießständen durchgeführt wird, beispielsweise das Long Range Schießen, für das es in Deutschland keinen einzigen zivilen Schießstand gibt. Der BDMP erhielt nach dem neuen Waffengesetz als erster Dachverband die Anerkennung der Sportordnung durch das BMI.

Logo BDS

Der BDS bietet das größte Sportangebot im Bereich des Großkaliberschießens. Zugpferd ist das IPSC-Schießen, welches auch als Formel 1 des Schießsportes bezeichnet wird, aber auch Silhouettenschießen, Field-Target oder Westernschießen gehören zum Sportprogramm. Der BDS haz besonders hart um die Anerkennug seiner Sportordnung kämpfen müssen, denn vielen Waffengegnern in Politik und Behörden war und ist besonders das Großkaliberschießen ein Dorn im Auge. Es stand zu befürchten, dass über die Hintertür "Anerkennung der Sportordnung durch das BMI" das IPSC-Schießen , aber auch andere Disziplinen wie Westernschießen oder Binchi Cup in Deutschland verboten werden könnten. Anderthalb Jahre wurden den Mitgliedern des BDS keine Bedürfnisbescheinigungen ausgestellt.
Das Warten hat sich gelohnt, am 01.10.2004 wurde die Sportordnung des BDS in vollem Umfang genehmigt. Heute ist der BDS der nationale Schießsportverband mit dem höchsten Mitgliederzuwachs.

Logo DSU

Die DSU ist der kleinste nationale Schießsportverband. Mit 9.600 Mitgliedern lag die DSU knapp unter der vom Gesetzgeber verlangten Mitgliederzahl. Durch sehr viel Initiative von Mitgliedern und Vereinen konnte im Frühjahr 2004 die Marke von 10.000 Mitgliedern erreicht werden. Der Sportliche Schwerpunkt liegt ähnlich wie beim BDS beim statischen und dynamischen Großkaliberschießen.
Die DSU wurde am 22.09.2004 als Schießsportverband anerkannt.

Der Kyffhauserbund ist hevorgegangen als ehemalige Dachorganisation deutscher Kriegerverbände zum Ende des 19. Jahrhunderts. Traditionell gehören ihm ehemalige und aktive Soldaten an, die zur Erhaltung des Friedens und der Freiheit gedient haben, was immer man darunter versteht. Der Kyffhäuserbund unterhält heute Kontakte zu anderen nationalen Soldatenverbänden. Zur Traditionspflege gehört lt. Statuten auch das Scheibenschießen.

Reservistenverband

Der VdRdBw besitzt für den Individualsport eher nachrangige Bedeutung. Ihm obliegt vordergründig die Durchführung der Reservistenarbeit im Auftrag des Bundestages. Die Sportordnung ist im Vergleich zu anderen Verbänden eher kurz. Jedoch besteht im Rahmen der Reservistenarbeit gelegentlich die Möglichkeit, mit vollautomatischen Kriegswaffen zu schießen. "Zivilisten" können diesem Verband als Förderer beitreten, die Dienstränge der ehemalien NVA werden nicht anerkannt.

 


Genehmigte Sportordnungen:

Bundesverwaltungsamt

Burgstädt

www.Burgstaedt.de
Taurasteinturm.de

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